HISTORIE

1997

Zwischen Theorie und Praxis



Nach der Studentenzeit in Münster beauftragte das Land Nordrhein-Westfalen unser Institut mit der Erstellung einer umfassenden Marktstudie zum Thema „Maßbekleidung gefertigt in Deutschland“. Ein Forschungsthema, das uns – den Firmengründern Ulrich Hesse, Christian Tietz und Ebbo Tücking – Gelegenheit bot, im Studium erworbenes Wissen auf eine spannende und hochemotionale Branche anzuwenden. Wir lernten die Denkweisen und Sorgen der deutschen Webereien ebenso kennen wie ihre Probleme bei der komplizierten Umstellung von Massenfertigung auf individuelle Maßarbeit.



Unser hartnäckiger Forschungsdrang zeigte aber, dass es durchaus ein vielversprechendes Marktpotenzial für individuelle passformgenaue Bekleidung gibt. Zum Gelingen des Gesamtprojektes mussten jedoch geeignete Textilhandelsunternehmen gewonnen werden. Doch vom klassischen Textilhandel wurde unsere Idee mit großer Skepsis aufgenommen, ganz im Widerspruch zu unseren Studienergebnissen. Der deutsche Handel war unisono der Überzeugung, dass sich mit Maßbekleidung kein Geld verdienen ließe. So reifte bei uns mehr und mehr der Entschluss, selbst ein Maßbekleidungsunternehmen zu gründen.





1998/99

Vorarbeiten und erste Meriten



Auch wenn wir in den Räumen des Instituts einen lehrbuchmäßigen Businessplan entwickelten, sollten wir bald feststellen, dass Theorie und Praxis zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Und dennoch stellt unsere Planung nach wie vor das Fundament für unser heute erfolgreich im Markt platziertes Unternehmen dar. Endlich waren wir drauf und dran, unser theoretisch erworbenes Wissen in der rauen betriebswirtschaftlichen Praxis zu erproben. Mochten unsere Doktorväter und Freunde uns auch allesamt vom Schritt in die Selbständigkeit abraten. „Das wird der erste Doktor, der mit dem Maßband sein Geld verdient“, stellte einer unserer Doktorväter seinen zukünftigen Jungunternehmer gerne vor. Insbesondere bei unseren Eltern stand „Existenzgründer im Textilhandel“ nicht gerade ganz oben auf der Wunschliste für ihre Söhne.



Die deutschen Großbanken zeigten keine Euphorie und Kooperationsbereitschaft für unser Geschäftsmodell. Trotzdem reichten wir genau in der Hoch-Zeit des Neuen Marktes unsere wahrlich nicht webbasierte Geschäftsidee beim Gründungswettbewerb PFAU des Landes NRW ein. Und siehe da: Unser Businessplan gefiel! Kienbaum, heute zufriedener Kunde unseres Hauses, prüfte uns im Auftrag des Landes auf Herz, Nieren und Unternehmerdenken. So wurde unsere Geschäftsidee im Jahre 1999 mit dem Innovationspreis PFAU ausgezeichnet.





1999

cove&co wird gegründet



Aus unseren feierabendlichen Gründungsvisionen wurde jetzt schnell Wirklichkeit: Im Jahr 1999 eröffneten wir in der Essener Lindengalerie des Deutschlandhauses unser erstes Geschäft. Es hatte genau 48 qm. Gleichzeitig verlegten wir unsere „Zentrale“ aus dem Wohnzimmer in ein 20-qm-Büro, ebenfalls im Deutschlandhaus. Befreundete Architekten entwarfen den Ladenbau und Norbert Klitz, der Hausmeister unseres Forschungsinstituts, traf für uns die Namensentscheidung: „Cove“, was im Westfälischen ein Synonym für Kleidung ist und sich „Kowe“ spricht. Wir verlegten Parkett, strichen Wände und Möbel.



Zur Eröffnung kamen RTL und SAT 1, was allerdings nicht den Durchbruch brachte – und natürlich Familien und Freunde. Zunächst bestand unser Kundenstamm in erster Linie aus Bekannten und Verwandten. Nach und nach wagten sich dann auch „echte“ Kunden in unser Geschäft. Erst ein großer Artikel über unser Unternehmen im Wirtschaftsteil der „Welt am Sonntag“ führte schließlich zu enormer Frequenz. Erstmalig konnten wir ohne fremde Hilfe nicht alle Kunden bedienen.